Vom 23.01. bis 17.02.2012 ist die Burgschänke im Betriebsurlaub.
Die Burg ist daher in diesem Zeitraum geschlossen.
Baubetrieb auf der Burg
Bauplatz
Die Landeck ist eine Burg in Spornlage, die mit Aussicht
auf Erfolg nur von der Nordseite aus angegriffen werden
kann, wo sie von dem Treitelsberg überragt wird.
Zum Schutz der zu bauenden Burg wurde der Halsgraben
aus dem Fels geschlagen, der in der Bauphase auch als
Steinbruch diente. Auch der anstehende Fels im
Burgareal wurde vor dem Bau der Gebäude geglättet und
das hier anfallende Steinmaterial zugerichtet und vor
allem für die Verteidigungsanlagen der Burg verbaut, wie
am Bergfried, der Schild- und der Ringmauer.
Das Holz gewann man durch das Abholzen des
Burgberges bis ins Tal und in der Angriffsrichtung. Vor
dem Halsgraben entstand so ein Raum ohne natürlichen
Bewuchs, der den Verteidigern gute Sicht, den Angreifern
aber keine Deckung bot.
Handwerker
Die Handwerker waren ausgebildete Spezialisten des
Burgenbaus, die für die Arbeit auf Zeit verpflichtet wurden.
Vor allem die Steinmetzen waren Fachleute, deren
Formensprache der Architekturteile man heute noch verfolgen
kann und deren Steinmetzzeichen noch an den
Ruinen zu sehen sind. Die Bauern der Umgebung konnten
bestenfalls zu einfacheren Arbeiten oder Fuhrdiensten
herangezogen werden. Für den eigentlichen Burgenbau
fehlten ihnen die Kenntnisse, allerdings konnte die Zahl
der für den Burgenbau verpflichteten Hörigen mit bis zu
zwei Dritteln der eingesetzten Arbeiter recht hoch sein.
Quader
An den Verteidigungsanlagen in der Hauptangriffsrichtung sowie beim Bergfried verwendete man den
„Modestein“ der Stauferzeit, den Buckelquader; bei der
Landeck in hervorragender Bearbeitungsqualität und mit
schmalem Randschlag exakt verlegt. Die Rüstlöcher an
den Ecken der Quader verweisen auf die Verwendung
eines Ausleger-gerüstes, dessen Stämme in die Löcher
eingeschoben waren.
Die abgewandten Teile der Burg und die Steingebäude im
Burginneren wurden in Kleinquadertechnik gemauert.
Kleinquader waren einfacher herzustellen und daher
kostengünstiger.
Die Steinmetzen richteten ihre Arbeits stätten im Burgbereich ein, ebenso die Mörtelmacher und die Maurer.
Mittels Kränen konnten die Quader, die über spezielle
Löcher zum Einhängen von Steinzangen verfügten
(Wolfs- und Zangenlöcher), zum Gerüst hochgezogen und
vermauert werden. Die Mauern wurden in Zweischalentechnik ausgeführt: Zwischen zwei Mauern aus Quadern,
an der Außenseite häufig Buckelquadern, wurde Füllmauerwerk eingebracht und vermörtelt.
Holz
Große Teile einer Burg waren in Holz oder in Fachwerk
erstellt. Auch hier waren Fachleute wie Zimmerer, Brettschneider oder Schreiner beschäftigt. Auf der Landeck
erinnert der Namen des östlichen Wohngebäudes aus
dem 15. Jahrhundert (Beumin huss = Haus aus Holz oder
Fachwerk) an diese Bautechnik. Häufig lehnten sich
Burggebäude randständig an die Ringmauer an, der dem
Burghof zugewandte Teil konnte aber aus Fachwerk sein.
Kleinere Neben- und Funktionsgebäude waren in aller
Regel aus Fachwerk oder Holz errichtet.
Die Stämme wurden in nahen Waldungen eingeschlagen,
zugerichtet und zum Burgbauplatz gefahren, wo sie verbaut
wurden. Da beim Burgenbau viel Holz verbraucht wurde,
konnten größere Areale abgeholzt werden.
Bedachung
Zur Deckung der Dächer kamen Ziegel oder Schiefer bei
den Wohn- und Repräsentationsgebäuden, Schindeln
oder Stroh bei den Wirtschaftsgebäuden zur Anwendung.
Ziegel und Schieferplatten wurden importiert und von
Dachdeckern verlegt.